Samstag, 20. Juni 2015

Herausgewaschen - Ein Stückchen historische Wand

Als wir unsere Villa Türmchen übernommen hatten, gab es dort keine Küche, so wie es heute üblich ist.
Nachdem wir die erste Zeit provisorisch mit Miniküche gekocht haben, stand die Installation und der Ausbau einer Küche an.
Insgesamt ein fast abenteuerliches Unterfangen. Ja, Wohnen auf der Baustelle ist eine Sache für sich.
Aber hier soll es vor allem um eine spezielle Wand unserer Küche gehen. Beim Rückbau einer zusätzlich eingezogenen Trennwand hat mein Mann dort, wo aufgrund des Trockenbaus nicht überstrichen war, ein Stückchen altes Blumendekor entdeckt.

Die Entdeckung:

Wir freuen uns immer sehr, wenn wir etwas altes, historisches, vielleicht sogar originales entdecken und so war eigentlich klar, das müssen wir irgendwie freilegen.
Nun haben wir mit kleinen Putzschwämmchen die weiße Wandfarbe abgeschrubbt und freigelegt, was uns möglich war. Das war schnell entschlossen, hat aber einen Tag gedauert und eine Zehnerpackung Putzschwämme vernichtet. Aber jedes freigelegte Blümchen hat mich beglückt.

Die Freilegung:















 
Wir haben dann entschieden, das Stück Wand genau so zu lassen. Leider waren die anderen Stellen zerstört bzw. schon überputzt. Diese Stellen hat mein Mann neu verputzt und gestrichen.
Derartige Dekors wurden früher anhand von Rollen auf die Wand gedruckt. Ich habe noch an einigen Stellen im Haus nach historischen Wandgestaltungen gesucht, ohne Erfolg. Es war also ein Glücksfall und wird entsprechend von uns geehrt.
Das Regal ist natürlich auch ein Upcycling-Fall. So wird in der Küche Altes und Neues kombiniert. Insgesamt war es spannend und aufregend, eine neue Küche in altem Gemäuer selbst zu planen und auszugestalten. Aber es ging alles auf und wir sind sehr zufrieden mit
unserem Werk.
 
 Der Beitrag wird verlinkt mit art of 66 und
Upcycling-Dienstag und Deko-Donnerstag

Kommentare:

  1. Toll! Die Arbeit hat sch gelohnt - ich finde sowas auch wunderschön.
    LG

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  2. Liebe Jana, muss ja eine Menge Arbeit gewesen sein!!! Aber das Blümchenmuster sieht sehr süß aus.
    Alles Liebe, Sandra

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    1. Liebe Sara, ja war schon arbeit.
      Aber bei so was bin ich total euphorisch und merk es gar nicht, dass
      es Arbeit ist. Am nächsten Tag gab's natürlich Muskelkater.
      Dafür musste ich ja aber nicht streichen :).
      (Putzen kann ich ja nicht).
      Ich mag die Blumen auch, heute würde man das sich ja nicht machen.
      Aber dadurch, dass es so "verwittert" ist, wirkt es richtig vintage-mäßig , find ich.
      Liebe Grüße, Jana

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  3. Ji Jana,
    wow, was für eine tolle Entdeckung. Sieht super aus!
    Und die Lösung den Rest wieder neu zu verputzen unterstreicht den
    einmaligen Character noch etwas stärker.
    Wahnsinn, was für eine Arbeit, aber es hat sich gelohnt!

    Liebe Grüße,
    Moni

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    1. Liebe Moni, schön, dich als Leserin begrüßen zu dürfen.
      Ich freu mich sehr. Bist ja schließlich die Deko-Queen!
      Liebe Grüße, Jana

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  4. Hallo Jana,
    das war ja so viel Arbeit, aber ich finde es hat sich gelohnt.
    Jedes alte Stück sollte erhalten werden.
    Toll wie ihr das macht.
    Gruß Ursula

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    1. Vielen Dank für dein Lob, liebe Ursula, das macht mich schon stolz.
      Ja wir versuchen möglichst alles zu erhalten, auch wenn's schwerer ist, als neu machen.
      An die vielen Zimmertüren, die noch abzuschleifen sind, darf ich gar nicht denken.
      Aber, wenn's Ergebnis stimmt, ist die Arbeit schnell vergessen.
      Liebe Grüße, Jana

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  5. WOW!!!!! liebe jana, so etwas will doch jeder haben!!!! <3 soooooo schön!!!!! ein haus voller schätze!

    ganz viele liebe grüße von aneta

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  6. Liebe Jana,
    Ich finde das freigelegte Blümchenmuster auch einfach "wow". Allerdings möchte ich nicht damit leben. In dieser Wand und in diesem Muster ist die Energie von mehr als einem Jahrhundert gespeichert. Denk mal, was das Haus schon alles erlebt hat, zwei Weltkriege, einige Familiengeschichten, ... Ich würde die Vergangenheit ruhen lassen, das Haus räuchern, und mit Kreidefarben dem Haus meinen Charakter verleihen.
    Liebe Grüße,
    Eine nachdenkliche Leserin aus den Niederlanden!

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    1. Liebe anonyme Leserin,
      ja, du hast mich auch nachdenklich gemacht,
      aber ich bin dennoch von meiner/unserer Art des Umgangs mit unserem Haus überzeugt.
      Wir wollen so viel wie irgend möglich erhalten und behutsam die historische Substanz
      mit modernen Wohnansprüchen verbinden.
      Seit wir ihr wohnen, hat sich schon sehr viel verändert,unsere Handschrift ist deutlich zu sehen, auch und gerade, weil wir einiges belassen. Das Haus an sich hat Charakter.
      Ihm "meinen Charakter zu verleihen" halte ich für vermessen. Zu viele Menschen denken, sie haben Stil und müssen vorhandenes ersteinmal kräftig prägen. Das geht oft schief: Fehlsanierungen, Schimmel, wirkliche Gifte.
      Ich arbeite sehr gern mit Kreidefarben, bei der Gestaltung von alten Möbeln. Dazu gibt es auch Beiträge auf meinem Blog. Wir haben im Esszimmer Wände mit Kasseinfarbe aufwendig gestaltet (Abschleiftechnik). Wir arbeiten mit Putz und Fliesen. Aber so ein Dekor ist einmalig und für mich erhaltenswert. Ich erfreue mich daran jeden Tag.
      Du hast sicher recht damit, dass unser Haus schon viel und auch viel negatives "erlebt" hat
      und dennoch strahlt es auf uns (wenn überhaupt), dann positive Energie aus. Wir fühlen uns hier geborgen sind glücklich und stolz auf unser individuelles Wohnen. Es gibt ja auch Menschen, die viel Schlimmes erlebt haben und trotzdem positive Energie ausstrahlen. Letztendlich ist es aber für mich, trotz Charakter, ein Haus.
      Ganz lieb, Jana

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Ich freue mich so sehr über eure lieben Worte.
Bestimmt schaue ich auch bald bei dir vorbei.